Biografie - Stephen Harrap: Dirigent und Komponist


Der 1952 in Portsmouth/Südengland geborene Dirigent und Komponist studierte Klavier, Dirigieren und Komposition an der Londoner Guildhall School of Music and Drama sowie das Fach Oper am London Opera Centre. Schon 1976 assistierte er Hans Werner Henze am Royal Opera House Covent Garden bei der Uraufführung des Werkes "We come to the River".

Ab 1978 verbrachte Stephen Harrap einige Jahre als Pianist und Dirigent an der Frankfurter Oper und assistierte Michael Gielen, Ralf Weikert und Nikolaus Harnoncourt: An den Harnoncourtschen Produktionen von " Castor und Pollux "(Rameau) und "Julius Caesar" (Händel) war er als Dirigent und Cembalist beteiligt.

Er dirigierte "La Traviata" und "La vie parisienne" und leitete die Musikaufnahmen zu dem Film  „Händels Auferstehung " (Regie Klaus Lindemann, Produktion Hessischer Rundfunk für Unitel).

1982 wechselte Stephen Harrap auf Veranlassung von Ralf Weikert nach Salzburg, wo er bis 1985 die Stelle des zweiten Kapellmeisters am Landestheater/Mozarteumorchester innehatte. Neben dem Standardrepertoire von Oper, Operette und Konzert fand auch die Arbeit mit Harnoncourt ihre Fortsetzung bei den Salzburger Produktionen der Purcell-Werke "Dido und Aeneas" und "King Arthur" aber auch Werke des modernen Repertoires, wie etwa "The Lighthouse"( Maxwell Davies )," Midsummernight's Dream " (Britten), " Faust und Yorick" und "Chiffres" (Wolfgang Rihm) dirigierte er.

1985 engagierte Lorin Maazel ihn als Pianist und Sänger für die Uraufführung von Luciano Berios Oper "Un Re in Ascolto" bei den Salzburger Festspielen.
Hieraus erwuchs eine langjährige intensive Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen L. Berio und Harrap. Luciano Berio nahm ihn mit nach Florenz für das "Maggio Musicale".

1989 dirigierte er einige Vorstellungen von "Un Re in Ascolto" in Covent Garden woraufhin ihn 1991  L’Opera de Paris, La Bastille für die französische Premiere beauftragte.

Von 1986 - 1992 arbeitete Stephen Harrap als Dirigent in Italien. Er leitete in dieser Zeit folgende Orchester: The London Sinfonietta, Gürzenich Orchester Köln, Het Residentie Orkest, Den Haag, Rotterdam Philharmonic, Deutsche Kammerphilharmonie, Orchestra della RAI, Milano und Torino, Orchestra della Toscana, Orchestra Sinfonica Siciliana und Orchestra di Santa Cecilia, Roma
(Festspiele von Ravello und Villa Giulia ), Rom.

Von 1992 - 1995 war St. Harrap stellvertretender Generalmusikdirektor und 1.Kapellmeister am Staatstheater Mainz. Dort dirigierte er Opernpremieren wie "Simone Boccanegra", " La Cenerentola", "Capriccio", " Der Junge Lord ", und verschiedene Konzerte u. a.

Durchgängig neben seinen Dirigaten konzentriert er sich seit 1995 auf die Arbeit an eigenen Kompositionen und ihrer Aufführungen. Pfingsten 1999 fand die Uraufführung seiner " Mass for world peace " im Kölner Dom statt. Sie wurde mit seiner " Choralkantate für die Opfer des Irak-Krieges"  in 2003 wieder aufgeführt.
März 2002 wurde " Your songs are your planets " (Text: Salman Rushdie), für die Literaturtage im Erftkreis vom Ensembles Mondial unter seiner Leitung uraufgeführt.
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Im Sommer 2005 dirigierte er 6 Aufführungen seines Oratoriums „Das erste Gebot“,ein Auftragswerk von Wolfgang Quetes für die Städtischen Bühnen Münster. Der Stoff handelt um Exodus 19 - 20 Mose auf dem Berg Sinai mit dem 1.Gebot aber auch mit anderen Texten zeitgemäß als Prolog.

Bei neuen Kompositionen arbeitet Harrap sehr gerne mit Jean-Marc Sullon im CRFMW Liège an der Erfindung neuer Klänge durch elektronische Mittel in Echtzeit.
In 2009 hat die Stiftung Romano Guardini in Berlin ihn mit einer Neukomposition für seine Jahreshaupversammlung beauftragt.
Am 21.02.2010 war die Premiere seiner "Suite" für Brass Quintet im WDR-Funkhaus Köln und wurde vom Brass Consort Köln uraufgeführt.
Im selben Jahr sang der Chor  von Clare College Cambridge die Uraufführung seiner Motetten
„Ave verum corpus“ und „Veni creator“.
Im Oktober 2012 führte er mit der Zürcher Singakademie die Premiere seines neuen Werkes „Besinnung“ (Text:Hermann Hesse) für Chor und Harfe während ihrer Deutschlandtournée auf.
Im November erhielt er vom Landrat Werner Stump den Rhein-Erft-Kulturpreis für seine umfangreichen musikalischen Aktivitäten als Dirigent und Komponist.

St. Michael München beauftragte ihn in 2013 mit neuen Pfingstmotetten und einer Orchesterfassung seines Processionals. Ein neues Magnificat und Nunc dimittis wurde in Clare College Cambridge unter der Leitung von Graham Ross im Oktober 2014 uraufgeführt.
Im Rahmen der Kammermusikreihe des WDRs spielten Mitglieder des Sinfonieorchesters die Premiere seiner Sonate für Tuba, Harfe, Pauken, Marimba und Gongs im März 2015 im Bismarck-Saal Köln.
Im Mai sang die Zürcher Sing-Akademie unter der Leitung von Tim Brown seine neue Motette „A hymn to God the Father“ (Text: John Donne) in Utrecht und Kerkrade.
Andreas Felber dirigierte die italienische Erstaufführung des Werkes in Mailand Anfang Juni.


Einen biografischen Artikel der Kölnischen Rundschau vom November 2008, finden Sie mit dem Titel "Musikus der Kolpingstadt" unter Pressestimmen.

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